Die gemeinsamen Ziele ...

... und die drei GOBI-Projekte

Den guten Bakterien auf der Spur

In der Natur tummeln sich unzählige Mikroorganismen, die das Potenzial haben, der Gesundheit von Mensch und Tier Gutes zu tun. Zu den bekanntesten dieser unsichtbaren Gesundheitshelfer zählen die Milchsäurebakterien. Doch sie sind bei weitem nicht die einzigen. Im Rahmen der strategischen Allianz „Good Bacteria and Bioactives in Industry – GOBI” werden die Unternehmen Organobalance GmbH, Bionorica SE und Evonik Nutrition & Care GmbH nicht nur die bekannten Kandidaten weiter erforschen, sondern gezielt nach weiteren positiv wirkenden Bakterien suchen, die sich für die Herstellung neuer Produkte in der Gesundheits-, Pharma- und Futtermittelindustrie eignen.

Milchsäurebakterien zählen zu jenen Bakterienstämmen, die unser Wohlbefinden fördern, indem sie für eine gesunde Darmflora sorgen. Neben den sogenannten Probiotika, die bereits in vielen Lebensmitteln zu finden sind, schlummern auch in der Umwelt Mikroorganismen mit heilenden Kräften. Darüber hinaus ist der Mikroben-Kosmos noch weitgehend unerforscht und somit viele gute Bakterienarten noch gar nicht beschrieben. Auf dem Weg von der erdöl- zur biobasierten Wirtschaft spielen nachhaltige Ressourcen wie Mikroorganismen eine immer größere Rolle. Unter dem Dach der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2011 die „Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie“ aufgelegt, um den Innovationsprozess und somit den industriellen Strukturwandel zu beschleunigen. Im Fokus steht dabei die Förderung von Allianzen, in denen Unternehmen aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen zusammenarbeiten.

So unterschiedlich die Unternehmen sind, die Faszination über Möglichkeiten der Mikrobiom-Forschung und das Wissen um die Bedeutung von Mikroorganismen für die Gesundheit von Mensch und Tier, lässt das Forschungstrio an einem Strang ziehen. Zugleich ist es Motivation, in eine Forschung mit großen Chancen und Risiken zu investieren.
Bei der Suche nach den positiv wirkenden Bakterien bündeln die Unternehmen ihr Know-how. So bringt der Spezialchemiekonzern und Futtermittelhersteller Evonik seine Modelle vom Tierdarm sowie der Darm-Mikroflora ein, während das bayerische Pharmaunternehmen Bionorica sein Wissen um die Wirkung pflanzlicher Arzneien bei entzündlichen Atemwegserkrankungen zur Verfügung stellt. Das Berliner Biotechnologieunternehmen Organobalance kann wiederum eine umfangreiche Stammsammlung von Bakterien und Hefen sowie seine speziellen Screeningverfahren vorweisen. „Jeder kennt sich in seinem Aktionsbereich sehr gut aus. Das macht die Sache so spannend“, betont Lang.

Am Ende der Suche nach neuen positiven Bakterien haben die Unternehmen konkrete Anwendungen im Visier. So hofft Evonik, Landwirten künftig einen bioaktiven Stoff als Alternative zu den weitverbreiteten Antibiotika im Tierfutter bieten zu können. Auch Bionorica setzt auf eine bakterielle Alternative zur Antibiotika-Behandlung bei Atemwegserkrankungen. Organobalance peilt derweil ein Nahrungsergänzungsmittel an, in dem positive Bakterien frühzeitig Entzündungsreaktionen im Darm begegnen und so Folgen wie Diabetes und Übergewicht verhindern helfen.

... und die drei GOBI-Projekte

Projekt Gastrointestinale Gesundheit (GOBI HEALTH GI)

Projekt Gesundheit der Atemwege (GOBI HEALTH RT)

Projekt Tierernährung (GOBI FEED)

Im Projekt GOBI FEED soll ein neues Hühner-Darmsimulationsmodell etabliert werden, das erstmals erlaubt, die Wirkung verschiedener, komplexer Zusatzstoffe im Futter systematisch zu evaluieren und zu bewerten, diese bezüglich ihrer Wirksamkeit zu optimieren und neue innovative Futtermittelzusatzstoffe zu entwickeln. Angestrebt wird neben der optimalen Ausnutzung des Futters eine Stärkung der Tiergesundheit, die es ermöglicht, auf den Einsatz von antibiotischen Leistungsförderern zu verzichten.
Weiterlesen in: elements #58 - das Innovationsmagazin von Evonik (PDF)